Texteralltag

Was tun Sie eigentlich für mein Geld...?

Der konkrete Aufwand fürs Recherchieren und Verfassen von Texten und Fachartikeln ist den meisten Auftraggebern nicht geläufig. Daher fragt sich mancher vielleicht: Was tut der Texter eigentlich den ganzen Tag? Gerne bringe ich ein wenig Licht ins Dunkel und beschreibe ganz konkret mein Vorgehen und typische Arbeitsschritte am Beispiel eines Auftrags für einen Fachartikel aus dem Bereich Architektur.

Foto u. Layout: Ute Latzke

Zunächst erfolgt das Briefing, entweder schriftlich, telefonisch und auf Wunsch auch vor Ort beim Auftraggeber – etwa bei einer Agentur, Redaktion oder einem Unternehmen. Danach arbeite ich mich gründlich ins Thema, recherchiere rund um Branche und Wettbewerb. Dann erarbeitete ich je nach Auftrag ein Interviewkonzept, trete in Kontakt mit Ansprechpartnern sowie Experten und führe ein oder auch mehrere Interview(s) – telefonisch, gelegentlich vor Ort. Mancher gibt mir die Antworten lieber schriftlich, die natürlich von mir redigiert werden.

Erst jetzt mit den Informationen aus Recherche und Interviews beginne ich den eigentlichen Text oder Artikel. Bei längeren Formaten mit rund 7000-8000 Zeichen – das entspricht nach Druck etwa einem zwei- bis dreiseitigen Beitrag inklusive Fotos – braucht das Schreiben seine Zeit. Ist der Beitrag aus meiner Sicht fertig und "rund", erhalten die beteiligten Personen bzw. Interviewpartner den Artikel zur Freigabe. Etwaige Korrekturen oder Änderungswünsche werden in eine gemeinsame Version des Textes übertragen. Hier ist Sorgfalt geboten. Manchmal gibt es sehr viele Abstimmungsphasen, da unterschiedliche Abteilungen einbezogen werden wollen.

Die Abstimmung muss mit Blick auf die Deadline mit dem Auftraggeber und allen Beteiligten koordiniert werden. Manchmal ist mehrfaches Nachfassen und „sanfter Druck“ gefordert, damit ich den Abgabetermin einhalten kann. Erst im Anschluss geht die finale Version des Textes an den Auftraggeber. Und auch hier ergeben sich oftmals noch Änderungswünsche in mehreren Korrekturdurchgängen…

Bei Texten für das Corporate Publishing oder auch für die Werbung liegt der Fokus zwar nicht primär auf dieser journalistischen Vorgehensweise. Aber auch hier ist das A und O, mit dem Kunden zu kommunizieren, sich mit dem Produkt, der Branche und auch mit den Mitbewerbern ausgiebig zu befassen und das genaue Briefing in den Texten umzusetzen. Einerseits gilt es herauszufinden, worin die Stärken und Besonderheiten des Unternehmens liegen und was seine Kultur und Denkart ausmachen. Je nach Auftrag greife ich ein schon bestehendes „Wording“ auf, verändere und optimiere es oder entwickle es ganz neu. Auch hier ist eine Recherche bei den entsprechenden Branchen notwendig und die Wettbewerb im Blick zu haben. Schließlich sollen die von mir entwickelten Texte und Ideen zum Auftraggeber und seinen Produkten passen und neue Impulse setzen.

Für bestimmte Themen – etwa IT, Internet und Business Intelligence– recherchiere ich bei englischsprachigen Medien, Quellen und Interviewpartnern. Zitate und Analysen übersetze ich dann zunächst ins Deutsche, bevor sie in den Text eingehen.

Fazit: Meine Kunden erhalten individuelle, maßgeschneiderte Texte und keine Stereotype oder Massenware von der Stange. Das gilt für jedes Projekt und jeden Auftraggeber – ob Agentur, Unternehmen oder Verlag.