Piemont: Leckerbissen für Radurlauber

 

Das Piemont lockt Touristen mit unberührter Natur, spektakulären Bergpanoramen, unzähligen Seen, malerischen Äpfel- und Weingärten sowie jeder Menge Kultur. Kulinarisch ist die Traumlandschaft zu Füßen der Südalpen eine Hochburg Italiens und berühmt für ihre variantenreiche Küche, Weine, Trüffel und edle Pralinés. Die rund 300 Sonnentage pro Jahr sind ideal für eine Gourmet-Tour deluxe mit dem Fahrrad.

 
 
 
 
 Weinberge im Piemont, Fotorechte: Eurofun Touristik gmbh

Weinberge im Piemont, Fotorechte: Eurofun Touristik gmbh

 
 
 

Schwärmen fürs Piemont
Naturliebhaber und Gourmets geraten beim Piemont ins Schwärmen. Noch nicht überlaufen wie manch andere Urlaubsregion im „Stiefel“, erlebt man hier das pure Italien mit seiner jahrhundertealten Tradition, Lebensart und erstklassigen Gastronomie. Die ursprüngliche Schünheit des Hügellands mit den fruchtbaren Böden und kräftigen Farben verzaubert. Und fast wirkt es so, als sei hier der Himmel blauer, die Luft sauberer und alles viel stiller.

Romano Canavese und Candia See
Um das Piemont und seine Reize hautnah und entspannt zu entdecken, ist eine Sternfahrt per Rad ideal. Bei der erkundet der Urlauber täglich ein anderes Highlight und kehrt abends ins Hotel zurück. Ausgangspunkt ist die malerische Mittelalter-Stadt Romano Canavese. Nach der Ortserkundung am Anreisetag schwingt man sich tags drauf auf den Drahtesel zum Ausflug an den Candia See. Wie wäre es mit einer kleinen Abkühlung oder einfach nur die Seele baumeln zu lassen im umliegenden Park? Danach geht es weiter und eine mäßige Steigung führt auf die Moränenhügel mit ihren grandiosem Ausblick. Krönender Abschluss ist die Tour entlang der „Strada Reale dei Vini“: Nach dem Genuss von einem Glas Wein radelt es sich locker wieder heimwärts in Hotel.

Auf den Spuren der Franziskaner
Ivrea liegt etwa 10 Kilometer nördlich von Romano Canavese, mitten im Moränenkessel und ist umgeben von einem Wehr – der höchsten Mauer Europas. Die mittelalterliche Stadt hat viel zu bieten: das M.A.M. (Museum für moderne Architektur), ein römisches Amphietheater und Schloss sowie den Dom. Und vor allem den weltweit einzigartigen Karneval, der immer mit der legendären Orangenschlacht endet. In unmittelbarer Nähe befinden sich zwei romantische Bergseen, für die sich ein Abstecher lohnt. Zurück verläuft die Strecke entlang des alten Franziskanerweges, einst bedeutende Pilgerachse der Mönche auf ihrem Weg nach Rom.

Turin – Hollywood am Po
Morgens nimmt man sein Rad im den Zug mit nach Turin. Das Wahrzeichen von Piemonts Hauptstadt, die Mole Antonelliana, mit der 167 Metern hohen Aussichtsplattform gewährt einen fantastischen Blick über die Stadt und beherbergt auch das Filmmuseum: Turin ist die Wiege des italienischen Kinos und war einst fast so glamourös wie Hollywood. Nächste Station ist der Piazza Vittorio Veneto, von dort pilgert man zum Dom und bestaunt das Grabtuch von Jesus. Weiter geht’s zum Königspalast mit seinen wunderschönen Schlossgärten. Ein Schlenker zu einem der 44 Tagesmärkte von Turin, wie zum Beispiel den im Viertel Crocetta, beglückt den Urlauber mit frischem Obst und lokalen Köstlichkeiten. Die noblen Restaurants in den für Turin typischen Bogengängen laden zu Kaffee und Kuchen ein. Gestärkt geht es wieder aufs Rad und am Fluss Po entlang Richtung Norden. Unbedingt Halt machen in Chiavasso: Das Städtchen mit seinen Straßencafés ist italienische Lebensart pur! Danach führt die Strecke noch am Castello Mazze vorbei und wieder zurück zur Unterkunft. Und damit endet der 4. Tag.

 

Viverone: Musikfestival und Wassersport
Über sanfte Hügel und durch pittoreske Ortschaften mit historischen Kirchen und kleinen Schlössern verläuft die entspannte Radtour zum Lago di Viverone. Wer es sportlich mag, macht einen Abstecher zur beeindruckenden Festung Castello di Masino. Der Viverone See ist ein attraktives Wassersportgebiet und gehört zu den wärmsten Gewässern Europas. Im Sommer wird sein spiegelglattes Wasser bis zu 30 Grad warm, also Badeanzug- bzw. -hose einpacken! Im Sommer finden mittwochs an der Uferpromenade heiße Latin Nights statt, und zwischen Juli und August genießen die Freunde klassischer Töne das Viverone Musikfestival.

Die „Hohe Straße“ der Moränenhügel
Die letzte Etappe der Sternfahrt führt nach einem Abstecher zur Festung Castello Pavone zur „Hohen Straße“. Das sind die Waldwege auf dem Gipfel der Moränenhügel, die sich durch das Zurücktreten des Balteo-Gletschers gebildet haben. Die schöne Aussicht ins Tal entschädigt den Radfahrer für den etwas längeren Anstieg: Die Waldwege und Täler bezaubern durch ihre unversehrte Natur. Hier leben beträchtliche Kolonien von Steinböcken, Gaämsen, Murmeltieren, Schneehasen, Hermelinen, Eichhörnchen und viele verschiedene Vogelarten. Auf dem Weg zurück nach Romano Canavese säumen kleine Burgen und Schlösser die Radstrecke entlang der königlichen Weinstraße.

Der schönste See der Welt
Wer noch nicht genug hat von der Genusstour durchs Piemont, verlängert seinen Aufenthalt einfach. In dem Fall unbedingt den Lago Maggiore ansteuern! Der Reiseführer Baedeker bezeichnete den etwa 66 km langen See als den schönsten See der Welt. Kein Wunder: An den Ufern gedeihen Orangen- und Zitronenbäume, Kamelien und Oleander bezaubern mit ihrer Blütenpracht. Um den ganzen See herum locken romantische Orte, Sehenswürdigkeiten, Jugendstilvillen und Palmenpromenaden. Durch die zahlreichen Hotels, Ferienhäuser oder Ferienwohnungen kommen auch Kurzentschlossene problemlos unter.

Infos
Auf einer Radtour durch Piemont geht es zwar beschaulich zu, dennoch ist ein Sturz nicht ausgeschlossen. Ratsam also, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. In der EU besteht zwar ein Sozialversicherungsabkommen, das deckt aber nicht alle Leistungen wie zum Beispiel den Krankenrücktransport ab. Das kann teuer werden! Günstige Angebote gibt es schon für weniger als 10 Euro, die Stiftung Warentest empfiehlt den Tarif „RD“ von den Versicherern Ergo Direkt, Neckermann, DFV, HanseMerkur, Huk-Coburg oder UKV. Für Familien gibt es schon Tarife für 17,80 Euro.

Ein Anbieter, der sich auf Radtouren in Italien und Europa spezialisiert hat, ist Eurofun Touristik GmbH Mühlstraße 20, A-5162 Obertrum. Detaillierte Informationen unter: www.eurobike.at oder per Telefon: +43 6219 7444.

Text für djd – Deutsche Journalisten Dienste