TEXTART BLOG

 
 
 

Klartext

 

Kann, können, könnte... oder doch lieber machen?

Was Kunden von Ihnen oder Ihrem Unternehmen „erwarten können“, interessiert die nicht wirklich, sondern was Sie tatsächlich machen oder bieten. Trauen Sie sich und treffen Sie klare Aussagen. Das können Sie ganz bestimmt!

Menschen verbinden ihre Aussagen häufig dem Modalverb "können". Immer wieder zu lesen etwa in Stellenausschreibungen, Leistungsbeschreibungen oder Imagetexten, Beispiele: „Das können Kunden von unserem Service erwarten... Das können Bewerber von ihrer neuen Stelle erwarten... So können Sie sich in unserem Unternehmen entwickeln...“ Auch in den Anschreiben von Bewerbern sehen sich Arbeitgeber oft mit dem frommen Bekenntnis konfrontiert, welche Leistung er von seinem neuen Mitarbeiter "erwarten kann".

Dieses Kann-Können-Konstrukt setzt der Verfasser vielleicht mit der Absicht ein, weil es höflich erscheint oder mutmaßlich Verbindlichkeit und Vertrauen schafft. Das ist gut gemeint, doch solche Formulierungen lesen sich unschön, wirken unsicher und antiquiert. "Sie können uns und unserem Service Vertrauen." Das klingt so, als sei der Schreiber nicht wirklich davon überzeugt, dass er auch Vertrauen verdient oder sein Unternehmen etwas zu bieten hat.

TBesser klare und eindeutige Aussagen treffen: „Vertrauen Sie auf unsere jahrelange Erfahrung... Das erwartet Sie in Ihrem neuen Job... Wir sind ein attraktiver Arbeitgeber und bieten Ihnen... Diesen Service garantieren wir unseren Kunden... Unser Service macht Ihr Unternehmen erfolgreicher. Wir liefern Ihnen vielfältige Produkte in bester Qualität". So bezieht man klare Position, zeigt Profil und bringt die Vorzüge und Leistungen auf den Punkt. Außerdem: Konsequent angewendet werden Texte präziser, prägnanter, informativer und kürzer.

 

Unschöner Depp

 

Das Grauen des Deppenbindestrichs

Das Deppenapostroph und Deppenleerzeichen sind nicht nur eine Pein fürs Auge, sondern schlichtweg falsche Rechtschreibung: So liest man z.B. von Anne's Bäckerei, Renten Versicherung, Auto Reifen oder Anana's im Angebot. Noch fieser aber ist der Deppenbindestrich. Leider weit verbreitet und einfach nicht tot zu kriegen, aber vor allem: witz-los...

Die Unart des Deppenbindestrichs wird beharrlich gehegt und gepflegt, gerade auch von der  der schreibeden Zunft, die es eigentlich besser wissen sollte. Was sollen Wortkonstrukte wie Pizza-Teig, Computer-Experte, Rum-Aroma, Fitness-Trainer, Meer-Enge, Einrichtungs-Ideen... ? Sind Pizzateig, Meerenge, Bundestagswahlen, Einrichtungshaus oder Lottoschein dem Leser nicht mehr oder wie? Bezeichnend und ebenso wirr ist die Inkonsequenz der Autoren. So schreibt mancher Fluss-Ufer und gleichzeitig Segelboottrailer, von der Party-Stimmung dann aber wieder vom Holzkohlegrill. Der Duden sieht einen solchen Koppelwortwahn nicht vor, dort heißt es lediglich: Der Bindestrich kann zur Hervorhebung oder Betonung gesetzt werden, also z.B. "Ich-Sucht" oder um Komplexität zu vermeiden, wie etwa "Sauerstoffflaschen-Muffenverbindung".

Doch sonst...? Sieht es dann so aus wie auf "Stupedia": "Als Deppen-Binde-Strich bezeichnet man die Un-Fähigkeit mancher Zeit-Genossen, zwei Nomen zu einer Wort-Kombi-Nation zu-sammen-zu-fügen. Besser gesagt, das Stil-Mittel, das der Aus-Führ-Ende dabei verwendet. Richtiges Kombi-Nieren zweier eigentlich verfeindeter Wörter ist natürlich auch sehr kompliziert. Daher verwendet der unwissende Schreibende (im Volks-Mund auch "Depp" genannt) einen Binde-Strich zur sinn-stift-enden Zusammen-Führung der Teil-Worte. Das-s dies nicht unbedingt eine ästhetische Angelegenheit ist und so manchen verstorbenen Deutsch-Lehrer im Grabe rotieren lässt, liegt ja offen-kundig auf der Hand." Herr-Lich oder?

 

Blech oder Gold?

 

Qualität kostet – so banal wie wahr

Texte zu verfassen, halten die meisten für keine große Sache. Wozu also viel Geld für einen professionellen Texter ausgeben? Schreiben kann doch jeder, das hat man schließlich in der Schule gelernt... Sicher, doch einfach etwas dahin schreiben, ist das eine, einen professionellen Text zu verfassen das andere. Das fordert Erfahrung, Kompetenz und vor allem Zeit. Schnelles Rumgetippe ist da wenig zielführend und auch nur scheinbar preiswerter als ein Profi. Wahrscheinlicher ist, direkt den ersten guten Eindruck zu verschenken.

Preiswert oder doch lieber Mehrwert?
Qualität hat ihren Preis, und vielleicht erscheint dieser zunächst zu hoch. Aber orientieren Sie sich daran, dass etwas „preiswert“ respektive billig ist oder am Mehrwert, der durch den Kauf eines hochwertigen Produkts entsteht? Die Frage sei erlaubt. Und der britische Schriftsteller und Sozialphilosoph John Ruskin (1819-1900) beantwortet diese eindeutig. Man könne für wenig Geld keine herausragende Leistung verlangen: „Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.“

Weiter wird Ruskin zitiert mit: „Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.

Übrigens: Auf das interessante Zitat von John Ruskin brachte mich der Beitrag „Billig und unwillig“ von Andreas Maxbauer auf PAGE-Online. Die Auslassungen des Designers, Autors und Dozenten bei der Allianz deutscher Designer (AGD) zum Thema "preiswert oder Preis wert" sind durchaus lesenswert.

 

Architekturtipp

 

Briller Viertel in Wuppertal

Wer Wuppertal besucht, sollte sich das Briller Viertel nicht entgehen lassen. Das Quartier bildet mit rund 250 denkmalgeschützten Bauwerken eines der größten gründerzeitlichen Villengebiete Deutschlands und gehört zu den schönsten und gefragtesten Wohngegenden.  Fabrikanten, Bankiers und Unternehmer bauten hier ab 1860 in den verschiedensten Architekturstilen: Die gut erhaltenden und restaurierten Gebäude mit kunstvollen Jugendstiltüren, Stuckfassaden, Marmorentées, Erkern, verspielten Türmchen und die gepflegten Gärten locken zum Flanieren durch das malerische Viertel am Hang unterhalb von Wuppertals Kaiserhöhe.

Gründerzeitvilla im Briller Viertel, Foto: Ute Latzke

Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

 

Highlights Möbelmesse

 

imm cologne 2018

Trotz Friederike habe ich es noch auf die imm cologne 2018 geschafft. Durch das Unwetter waren drei Anläufe nötig, zumindest bei Anreise mit der Bahn. Dementsprechend voll war es am Sonntag, dem letzten der drei Publikumstage. Mein Ziel waren wie die "blauen" Hallen, also alles rund um das Thema "Pure" sowie Halle 1 mit der Blickfangmesse. Da mich nach wie vor skandinavisches und italienisches Interiordesign begeistert – und die üblichen Verdächtigen auch alle wieder vertreten waren –, habe mich diesmal auf das Thema Beleuchtung fokussiert – sowie auf einige wenige Accessoires.

Dazu passte die diesjährige Installation von "Das Haus – Interiours on Stage" von Lucie Koldova, die alle Räume mit außergewöhnlichen Lichtkonzepten beeindruckend atmosphärisch in Szene gesetzt hatte. „In meinem ‚Haus‘ spielt das Licht die Hauptrolle, und die Möblierung komplettiert die Räume – und nicht umgekehrt!“, so die Designerin.

Eingang zu "Das Haus" von Lucie Koldova, Foto: imm cologne

Bildergalerie "Das Haus" imm cologne 2018, zum Vergrößern auf die Bilder klicken.


Es folgen einige ausgewählte Tisch- und Hängeleuchten sowie Accessoires, die mir aufgefallen sind. Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

 

werftbeton Möbel und Accessoires
Auf dem Blickfang Designers Market verweilte ich am Messestand von werftbeton Köln. Unternehmensgründer Michael Kuhn stellte seine Kollektion aus Beton vor, die Leuchten, Wohnaccessoires und Möbel umfast. So entwirft Kuhn neben Beistelltischen ganze Küchenzeilen und Arbeitsplatten und fertigt diese nach einer selbstentwickelten Betonrezeptur an. Faszinierend dabei die Haptik: Die Flächen sind nicht etwa rau und ruppig, sondern fühlen sich so fein und glatt an wie eine Metall- oder Marmoroberfläche. Von der Mondoberläche inspiriert sind die Luna concrete Pendel- und Tischleuchten und die Luna concrete Servierplatte, die bereits in verschiedenen Restaurants zum Einsatz kommt. Mit dem Künstler Stefan Strunden realisiert werftbeton eine Skulptur aus Beton, bei der zwölf Elemente zu einem Wandrelief individuell montiert werden. Dieses Relief gibt es auch als Maßanfertigung.

 

Interessant waren auch die Entwürfe einiger Nachwuchsdesigner bzw. "Pure Talents" sowie von Studenten diverser Hochschulen.

 
 

Making-of

 

Resurrection – Malerei

Als visuellen Auftakt für 2018 zeige ich einfach mal das Making-of meines Bildes "Resurrection" aus der Serie Flowers and Plants. 

 

Review Kuboshow 2017

 

Junge Talente auf hohem Niveau

Die Kuboshow Messe 2017 (14./15. Oktober) für junge Kunst in den Flottmann-Hallen ist vorbei. Einen Eindruck der Arbeiten der Künstlerkollegen zeigt die Bildergalerie. Begeistert hat mich vor allem die Newcomerin Alvine Bautra (2. Reihe folgend) aus Lettland. Ihre großformatigen Portraits in Öl mit der Technik der optischen Dopplung bzw. Verdreifachung sind absolut schön... irritierend. Meine persönliche Auswahl ist keine Abwertung der anderen Künstler, es waren noch viele andere gute Arbeiten dabei. Aber bei dem Bildersturm konzentriere ich mich auf das mir Wesentliche. 

Wer sich für die Arbeiten der anderen Künstler interessiert: Hier geht es zur Künstlergalerie der Kuboshow 2017.

 

Kunst verkaufen

 

Online-Kunstauktion und Entdeckerschau

Als Künstler erfolgreich Kunst zu verkaufen – ob allein oder mithilfe eines Galeristen – bleibt für das Gros der Kreativen weiterhin schwierig. Zumindest, wenn man nicht zu den ganz Großen gehört, und das trifft auf rund 95 Prozent zu. Wir schreiben 2017, und da sollte das Internet den Künstlern eigentlich wohlverdiente Autonomie bringen und den Kontakt zu Interessenten erleichtern oder zumindest der Weg dahin sein. Da ist allerdings weiter Luft nach oben. Doch neben dem üblichen Galeriemechanismus und dessen strikten Konventionen gibt es Alternativen, wenn auch noch rar gesät...

Lucinda van Beethoven is colorblind, Acryl auf Leinwand, © Ute Latzke

Wem es gelingt, von einem Galeristen vertreten zu werden, hat eine Hürde genommen und somit bessere Aussichten, scheinbar. Einfache Rechnung: Der Galerist erhält für seine Bemühungen 50 Prozent vom Preis z.B. eines Gemäldes. Da muss der Künstler mindestens 8 bis 10 Werke pro Jahr verkaufen, damit es sich rechnet, selbst wenn die Preise bereits im fünfstelligen Bereich pro Arbeit liegen: Auch bei einem Preis um 10.000 Euro blieben ihm bei 8-10 verkauften Werken 40.000-50.000 Euro nach Abzug des Galeristenhonorars. Was viel anmutet, zerbröselt schnell, denn die Umsatzsatzsteuer von 7 Prozent, Kosten für Material, Atelier sowie Sozialabgaben (KSK) und natürlich die Einkommensteuer (!) reduzieren das übriggebliene Künstlerhonorar gewaltig. Um diesen "Umsatz" zu erreichen, müsste der Künstler gleich mehrere Einzel- und/oder Gruppenausstellungen pro Jahr haben. Unrealistisch, zumal mit nur einer Galerie, die er sich verpflichtet hat.

Galeristen stellen Alleinvertretungsansprüche
Das Internet böte also die Möglichkeit, dass Künstler und Interessent – zumal jung und Social Media gewohnt – ohne den Mittler Galerist zusammenkommen. Eigentlich attraktiv. Für die ganz „Großen“ und Relativen verbietet sich das und für emerging artist ebenfalls, da in allen Fällen Galeristen meist Alleinvertretungsansprüche stellen. Also: no Website please und die Bewerbung bei anderen Galeristen ist in vielen Fällen vertraglich untersagt. Dem großen Rest steht im Prinzip alles offen. Doch die große Hürde bleibt weiterhin, als Künstler vom Interessenten gefunden zu werden. Das Netz verbindet zwar, ist aber trotzdem ein Ozean an Daten. Netzwerke wie Facebook könnten eine Option sein, doch ich persönlich bin kein Fan – speziell – davon. U. a. wegen des etwas zweifelhaften Rufs, aber auch weil ich das Netzwerken via Facebook für ähnlich mühsam und uneffektiv halte, wie bei xing.com und linkedin erlebt. Zeitfresser.

Durch optischen Schrott klicken
Da scheint es logisch, seine Kunst auf entsprechenden Onlineplattformen anzubieten bzw. dort nach Kunstwerken zu suchen. Denn diese stellen zielführend eine Verbindung zwischen Künstler und Interessent her. artnet.com beitreibt dies schon sehr lange, wohl auch sehr erfolgreich, aber eben für etablierte Künstler. Generell ist die Idee gut und passt in die heutige Zeit. artnetberlin.de schrieb im Jahr 2012, „der Online Kunstmarkt explodiert gerade“, naja... Was da explodiert, ist wohl eher die Vielzahl der Start-ups und Onlineplattformen in Sachen Kunst. Masse ist aber nicht Klasse, wenn sich etwa jeder Wald-Wiesen-Künstler anmelden darf. Oder sich sich der Interessent erst durch eine Menge optischen Schrott klicken muss, um dann entnervt ein attraktives Kunstwerk zu finden.

Kuratiert und sorgsam ausgewählt
Das Stichwort ist „Kuratierung“, soll heißen: Es gibt ein Auswahlverfahren und/oder die Künstler werden von den Betreibern persönlich angesprochen bzw. akquiriert. So kommt dann ein überschaubares und feines Angebot zustande. Zwei Plattformen möchte ich an dieser Stelle herausheben. Warum? Ganz einfach, weil ich damit gute Erfahrung gemacht habe.

Startyourart: Onlineauktionen
startyourart ist ein Online-Auktionshaus für junge Kunst. Die Betreiberin Jenny Seul hat mich nach einer Kunstmesse (Kuboshow) persönlich angesprochen. Die Auswahl der Künstler ist reduziert, die Website funktional, die Konditionen sind fair. Der Bietende zahlt ein Aufgeld und bei einer erfolgreichen Auktion entrichtet der Künstler einen gewissen Anteil des ersteigerten Preises. Die Abwicklung ist hochgradig professionell, Versandkosten und Versicherung der Kunstwerke übernimmt startyourart, man übernimmt lediglich dem Versand der Bilder.

 
 
 
 

Einzig mir „fehlte der Glaube“ an das Konzept, aus dem einfachen Grund: Ich empfinde eine Auktion als zusätzliche Hürde für einen Internetkauf, zumal wenn das Gebot steigt und das Budget des Kunstliebhabers dafür einfach nicht ausreicht. Doch was soll ich sagen? Exakt am 31. Dezember 2017 startete eine Auktion für zwei meiner Gemälde, was dann ein unerwarteter und fulminanter Jahresausklang war. Die kuratierte Auswahl sowie die Qualität der Kunstwerke und – wichtig – das mit dem Künstler festgelegte Startgebot machen dann vielleicht den Unterschied. Es wirkt seriös und schafft Vertrauen bei den Interessenten – ganz im Gegensatz zu den Onlineplattformen mit einer Legion von Künstlern und Startgeboten ab 1 Euro...

Kuboshow: Kunstmesse
So gut wie jeder Künstler träumt von einem Galeristen inklusive Ausstellung auf einer großen Kunstmesse. Art Cologne und Art Karlsruhe etc. sind für die meisten Kreativen einige Nummern zu groß. Und die ArtFair als ehemalige Leitmesse für junge und angeblich erschwingliche Kunst (maximal 4000 Euro) hatte schon zu ihrer Gründung Kunstwerke über 10.000 Euro und auch Größen wie Jörg Immendorf im Programm. 2016 ist dier ArtFair dann von Köln fortgezogen und zur Art Düsseldorf mutiert – wegen der Kaufkraft... Es gibt aber realistische Alternativen wie die Kuboshow. Seit mehr als 20 Jahren findet die Kunstmesse unter der Federführung von Holger Wennrich für zeitgemäße junge Kunst in den Flottmannhallen in Herne statt. Gezeigt wird jede Kunstrichtung, der Schwerpunkt liegt aber auf gegenständlicher Malerei. Die Messe richtet sich an junge, noch nicht etablierte Künstler von den Akademien. Sie präsentiert aber auch Künstler, die schon etwas länger dabei sind sowie Autodidakten. Denn auch hier besteht das Auswahlverfahren, letztendlich entscheiden dann Qualität und der Arbeiten und ob sie den Betreibern gefallen.

 
 
 
 

Ich habe mittlerweile vier Mal an der Kuboshow teilgenommen und meine Erfahrungen sind positiv. Das Ganze ist einfach professionell organisiert, das Kubo-Team ist gut eingespielt und die Konditionen sind fair, zumal der Künstler keinerlei Messebeteiligung abdrücken muss. Und wenn ein Bild verkauft wird, ist das Geld innerhalb von 8 Tagen auf dem Konto.

Kleiner Wermutstropfen: Info- und Bildmaterial oder Kunstpostkarten (Webadresse!) auszulegen, ist den Künstlern nicht erlaubt. Was auf den ersten Blick durchaus verständlich scheint, um so "unerwünschte Deals zwischen Interessent und Künstler“ zu vermeiden, ist aber in Internetzeiten obsolet: Das Gros der Künstler, die auf Kuboshow ausstellen, hat ohnehin eine eigene Website, auf der ihre Kontaktdaten stehen... Das läuft bei startyourart anders: Dort wird die Beigabe von Infomaterialien, Kunstpostkarten und die persönliche Ansprache des Käufers dem Künstler ausdrücklich empfohlen: Es wird als schönes Add-on gesehen, das dem Käufer ein gutes und Gefühl vermittelt und ggf. den Diskurs über die gekauften Kunstwerke ermöglicht.

Da die Künstler auf der Kuboshow-Website in eine Galerie eingepflegt sind (positiv!) – auch um die Bilder über das Jahr bis zur nächsten Messe zu verkaufen –, bietet es sich an, die Website stärker zu nutzen. Etwa das Blog aktiver zu beflegen, z.B. mit Gastbeiträgen der präsentierten Künstler oder Studioportraits etc., da ist vieles denkbar. Und dann auch über regelmäßige Mailings oder Facebookposts die Klientel zu informieren, wenn sich wieder etwas getan hat. Hier ist noch ein wenig Luft nach oben, aber vielleicht fehlt auch die Manpower...

Dennoch ist eine Teilnahme an der Kuboshow empfehlenswert für Künstler, die erste Schritte auf dem Kunstmarkt gehen und ihre Bekanntheit erhöhen möchten. Schöner Nebeneffekt: Es erscheint jedes Jahr ein hochwertiger Katalog, in dem jeder Künstler auf zwei Seiten präsentiert wird.

kunstbüro Düsseldorf: Kunst für Unternehmen und Private
Ein wie oben erwähntes Shopsystem hat das kunstbüro Düsseldorf längst eingebunden und das ganz unprätentiös und gleichzeitig übersichtlich. Die Schwerpunkte von Shop- und Galeriebetreiber Heinz Hachel sind Verkauf und Vermietung von Kunst an Unternehmen, Verwaltungen und Private. Der Service umfasst – eigenen Angaben zufolge, da ich noch keine Erfahrungen mit dem kunstbüro habe –, Konzeption, Präsentation der Künstlerauswahl, Analyse von Raum- und Lichtverhältnissen, einer professionellen Hängung bis hin zu deren Betreuung und Abbau bei Vermietung. Dabei kooperiert das kunstbüro mit Künstlern aus der Region und überregional mit solchen, die thematisch begeistern. Angeboten werden: Malerei, Grafik, Fotografie sowie Zeichnung und Objektkunst. Es findet also auch hier eine dezidierte Auswahl statt und es besteht ein fester Künstlerstamm, der hauptsächlich aus mehr oder weniger etablierten Kreativen besteht. Inwieweit und in welchem Turnus dieser erweitert wird und unter welchen Kriterien...? Einfach einmal nachfragen. Wobei der Schwerpunkt auch hier auf Akademiekünstlern liegt.

 
 
 
 

Kleine Auswahl von Onlineplattformen
affordable art fair, bietet eigenen Angaben zufolge erschwingliche Kunst und das bereits seit 1999 und inzwischen in 10 Metropolen, u.a. Amsterdam, Brüssel, Stockholm etc. und in Hamburg.

artflash, bietet Menschen mit wenig Zeit und großem Interesse an zeitgenössischer Kunst hochwertige Kunst-Originale weit unter Marktpreis.

curart Editionen, bieten junge Kunst für junge Sammler als Ready-to-hang-Kunst an, ab 99 Euro.

Pablo&Paul, bieten ausschließlich Unikate oder streng limitierte Edition an, somit soll Einzigartigkeit und Exklusivität garantiert werden, ab 100 Euro.

wooloo.org, ist eine internationale Ausschreibungsplattform für offene Kunstwettbewerbe jeder Art.

Beitrag und © Ute Latzke.
Die Images sind Screenshots der erwähnten Betreiber – mit deren freundlichen Genehmigung.

 

Möbelmesse

 

imm cologne 2017

Dieses Jahr habe ich sie mir wieder gegeben ­–­ die imm cologne 2017, nachdem ich letztes Jahr ausgesetzt hatte. Auch als großer Interieurdesignfan überlegt man sich einen Besuch angesichts der Eintrittspreise. Glücklicherweise hatte ich diesmal eine Messeakkreditierung, Dank an das IZB. Ob man hier die großen Trends entdeckt oder ihnen folgen sollte, sei dahin gestellt und bleibt jedem überlassen. Möbel wechselt man schießlich nicht so schnell wie Kleidung oder Schuhe. Trotzdem ist die imm cologne das Event, um sich Anregungen fürs Wohnen zu holen.

String, zeitloses Regalsystem

Extend Shelf von Design House Stockholm

Mein Fokus lag wie gehabt auf „Pure“ und den Hallen 2, 3, 10 und 11. Hier zeigten einerseits große Hersteller ihre neuen oder überarbeiteten Designs sowie junge Labels und Senkrechtstarter ihr Entwürfe. Pure-Talents bot Hochschulen und angehenden Designer ein Forum für neues und experimentelles Design.

Ein Tag auf der imm cologne ist eine Art „Möbel-Marathon“ und die Masse der Eindrücke überwältigt. Was mir vor die Kamera gekommen ist, hat also weder Anspruch auf Vollständigkeit noch spiegelt es vollumfänglich meinen Geschmack. Dafür war mir manches dann doch etwas zu bunt oder verspielt. Die Skandinavier „String“ mit der Neuauflage des legendären Regals oder „Design House Stockholm“ in zumeist weißen Designs sorgten optisch für einen angenehmen Ausgleich. Positiv aufgefallen sind mir auch so einige Werbematerialien und Printkataloge, allen von voran von Petite Friture, darin steckt ein gutes Designkonzept mit viel Liebe zum Detail, zum Katalog.

 
 

Beistelltisch Rotate, O. Schröder Industrial design

Highlight unter den Tischen
Diesmal habe ich mich hauptsächlich in Sachen „Beistelltisch“ umgeschaut, so dass das Thema Tisch in der Bildergalerie (unten) etwas überrepräsentiert ist :-). In der Halle 1 lädt der „Designers Market by blickfang“ an den Besuchertagen zum Shopping, was sonst auf der imm cologne nicht möglich ist. Hier entdeckte ich dann ganz überraschend mein persönliches Highlight: Den Beistelltisch „rotate“ von Olaf Schröder Industrial Design. Der minimalistisch gestaltete Entwurf in ausdrucksstarker Formensprache präsentiert durch einfache Drehungen zwei Ablageflächen, nach Wahl eine quadratische oder kreisförmige.

Das dünnwandige Material sorgt für Leichtigkeit in Handhabung und Optik. Die weiße Farbgebung mit den schwarzen Kanten betont den grafischen und architektonischen Charakter des Möbels. Der Entwurf erninnert mich an die Bilder von Mondrian, aber glücklicherweise ohne die dominanten Primärfarben zu transportieren.

 
 

Möbel aus Bugholz von Bar Gantz.

"Edge Table" von Roee Magdassi.

 
 

Der Fachbereich Innenarchitektur der Hochschule Kaiserslautern präsentierte mit BETONEN erste Gehversuche in Sachen Forschen und Gestalten mit Beton. Und die HNEE (Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde) verblüffte mit ihren Prototypen "Neue Türen". Weitere Highlights siehe Bildergalerie unten.

 
 

BETONEN, Projekt mit beton der Uni Kaisersläutern

Türen aus Eberswalde, HNEE.

Neuartiges Türdesign "Pine", HNEE

 
 

Ein Türmechanismus...

... der verblüfft. HNEE.

 
 
 

Bildergalerie imm cologne 2017

 

Ich hatte zunächst erwogen, meine Nikon mitzunehmen, das war mir aber doch zu
schwer, auch angesichts des Materials, das man einsammelt. Bereut habe ich das nicht,
die Bildqualität des iPhones ist schon verblüffend.

 

 

 

 

imm cologne 2017

 

Printkataloge mit Liebe zum Detail

Petite Friture ist der ausgefallene Name einer jungen französischen Interieurmarke, die sich mit jungen Talenten umgibt, deren neuen Designs überraschen. Ob Hocker, Tische, Lampen oder Dekoartikel – jedes Designerstück ist unkonventionell und kreativ. Mir ist das teilweise zu verspielt und zu farbig. Jedoch haben mich die beiden Printkataloge der Newcomer begeistert, weshalb ich sie gleich am Messestand abgegriffen habe und hier in Auszügen vorstelle, ebenso wie den Folder von muuto.

 
 

Mit Liebe zum Grafikdesign, dementsprechend gut gewählter Typografie und aufwändigen Details wie Letterpress und Ausstanzungen begeistert das Designkonzept von Petite Friture. Neben den zwei Printkatalogen der Franzosen zeigen die letzten drei Fotos den eher einfachen Folder von muuto. Die Dänen positionieren sich mit "New Perspektive" und vom Möbeldesign her geradliniger als Petite Friture. Teils ebenfalls farbenfroh, teils reduziert im monochromen Betonlook. 

Natürlich gab es weiteres interessantes Print- und Merchandizingmaterial, doch die Tasche ist dann irgendwann voll und leider kann man nicht alles mitschleppen. Aufgefallen ist mir noch "CUBE", ein Metropolmagazin für Architektur, modernes Wohnen und Lebensart, das über Projekte in unterschiedlichen Regionen Deutschlands (Düsseldorf, Köln, München, Hamburg, Berlin etc.) sowie in der Schweiz und Österreich berichtet. Der Inhalt und die Bilder halten, was der Name verspricht: Reduzierte und geradlinige Architektur und Interieurs. Insgesamt ansprechend gemacht, die Projekte sind gut gewählt, das Layout stimmig. Zu krisitieren wäre höchstens die sehr fette Akzentlinie unter den Headlines (mindestens 2 Punkt!) sowie die Tatsache, dass keines der Fotos im Anschnitt steht – außer bei den Anzeigen der Kunden. Das passt m.E. nicht zu den präsentierten, zumeist minimalistischen Interieurs und konterkariert die klare Anmutung des Magazins. Das ist aber auch Geschmackssache. 

Grundsätzlich zeigte sich auf der gesamten imm cologne, dass Printprodukte in der Interieur- und Möbelbranche – trotz Internet bzw. Instragram, Facebook Pinterest und Co. – weiterhin sehr präsent und beliebt sind. Da fließt viel Kreativität ein und offenbar sind die Budgets dafür vorhanden. Sehr erfreulich, sowohl für die Zulieferer wie Agentureren, Druckereien und Papierhersteller sowie für die Möbelbranche als auch den Endkunden. Denn der erhält gleich ein wertiges Lookbook zur Inspiration.