Klartext

Kann, können, könnte... oder doch lieber machen?

Was Kunden von Ihnen oder Ihrem Unternehmen „erwarten können“, interessiert die nicht wirklich, sondern was Sie tatsächlich machen oder bieten. Trauen Sie sich und treffen Sie klare Aussagen. Das können Sie ganz bestimmt!

Menschen verbinden Aussagen häufig mit dem Modalverb "können". Immer wieder zu lesen etwa in Stellenausschreibungen, Leistungsbeschreibungen oder Imagetexten, Beispiele: „Das können Kunden von unserem Service erwarten... Das können Bewerber von ihrer neuen Stelle erwarten... So können Sie sich in unserem Unternehmen entwickeln...“ Auch in den Anschreiben von Bewerbern sehen sich Arbeitgeber oft mit dem frommen Bekenntnis konfrontiert, welche Leistung er von seinem neuen Mitarbeiter "erwarten kann".

Dieses Kann-Können-Konstrukt setzt der Verfasser vielleicht mit der Absicht ein, weil es höflich erscheint oder mutmaßlich Verbindlichkeit und Vertrauen schafft. Das ist gut gemeint, doch solche Formulierungen lesen sich unschön, wirken unsicher und antiquiert. "Sie können uns und unserem Service Vertrauen." Das klingt so, als sei der Schreiber nicht wirklich davon überzeugt, dass er auch Vertrauen verdient oder sein Unternehmen etwas zu bieten hat.

Besser klare und eindeutige Aussagen treffen: „Vertrauen Sie auf unsere jahrelange Erfahrung... Das erwartet Sie in Ihrem neuen Job... Wir sind ein attraktiver Arbeitgeber und bieten Ihnen... Diesen Service garantieren wir unseren Kunden... Unser Service macht Ihr Unternehmen erfolgreicher. Wir liefern Ihnen vielfältige Produkte in bester Qualität". So bezieht man klare Position, zeigt Profil und bringt die Vorzüge und Leistungen auf den Punkt. Außerdem: Konsequent angewendet werden Texte präziser, prägnanter, informativer und kürzer.

Unschöner Depp

Das Grauen des Deppenbindestrichs

Das Deppenapostroph und Deppenleerzeichen sind nicht nur eine Pein fürs Auge, sondern schlichtweg falsche Rechtschreibung: So liest man z.B. von Anne's Bäckerei, Renten Versicherung, Auto Reifen oder Anana's im Angebot. Noch fieser aber ist der Deppenbindestrich. Leider weit verbreitet und einfach nicht tot zu kriegen, aber vor allem: witz-los...

Die Unart des Deppenbindestrichs wird beharrlich gehegt und gepflegt, gerade auch von der  der schreibeden Zunft, die es eigentlich besser wissen sollte. Was sollen Wortkonstrukte wie Pizza-Teig, Computer-Experte, Rum-Aroma, Fitness-Trainer, Meer-Enge, Einrichtungs-Ideen... ? Sind Pizzateig, Meerenge, Bundestagswahlen, Einrichtungshaus oder Lottoschein dem Leser nicht mehr oder wie? Bezeichnend und ebenso wirr ist die Inkonsequenz der Autoren. So schreibt mancher Fluss-Ufer und gleichzeitig Segelboottrailer, von der Party-Stimmung dann aber wieder vom Holzkohlegrill. Der Duden sieht einen solchen Koppelwortwahn nicht vor, dort heißt es lediglich: Der Bindestrich kann zur Hervorhebung oder Betonung gesetzt werden, also z.B. "Ich-Sucht" oder um Komplexität zu vermeiden, wie etwa "Sauerstoffflaschen-Muffenverbindung".

Doch sonst...? Sieht es dann so aus wie auf "Stupedia": "Als Deppen-Binde-Strich bezeichnet man die Un-Fähigkeit mancher Zeit-Genossen, zwei Nomen zu einer Wort-Kombi-Nation zu-sammen-zu-fügen. Besser gesagt, das Stil-Mittel, das der Aus-Führ-Ende dabei verwendet. Richtiges Kombi-Nieren zweier eigentlich verfeindeter Wörter ist natürlich auch sehr kompliziert. Daher verwendet der unwissende Schreibende (im Volks-Mund auch "Depp" genannt) einen Binde-Strich zur sinn-stift-enden Zusammen-Führung der Teil-Worte. Das-s dies nicht unbedingt eine ästhetische Angelegenheit ist und so manchen verstorbenen Deutsch-Lehrer im Grabe rotieren lässt, liegt ja offen-kundig auf der Hand." Herr-Lich oder?

Blech oder Gold?

Qualität kostet – so banal wie wahr

Texte zu verfassen, halten die meisten für keine große Sache. Wozu also viel Geld für einen professionellen Texter ausgeben? Schreiben kann doch jeder, das hat man schließlich in der Schule gelernt... Sicher, doch einfach etwas dahin schreiben, ist das eine, einen professionellen Text zu verfassen das andere. Das fordert Erfahrung, Kompetenz und vor allem Zeit. Schnelles Rumgetippe ist da wenig zielführend und auch nur scheinbar preiswerter als ein Profi. Wahrscheinlicher ist, direkt den ersten guten Eindruck zu verschenken.

Preiswert oder doch lieber Mehrwert?
Qualität hat ihren Preis, und vielleicht erscheint dieser zunächst zu hoch. Aber orientieren Sie sich daran, dass etwas „preiswert“ respektive billig ist oder am Mehrwert, der durch den Kauf eines hochwertigen Produkts entsteht? Die Frage sei erlaubt. Und der britische Schriftsteller und Sozialphilosoph John Ruskin (1819-1900) beantwortet diese eindeutig. Man könne für wenig Geld keine herausragende Leistung verlangen: „Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.“

Weiter wird Ruskin zitiert mit: „Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.

Übrigens: Auf das interessante Zitat von John Ruskin brachte mich der Beitrag „Billig und unwillig“ von Andreas Maxbauer auf PAGE-Online. Die Auslassungen des Designers, Autors und Dozenten bei der Allianz deutscher Designer (AGD) zum Thema "preiswert oder Preis wert" sind durchaus lesenswert.

Architekturtipp

Briller Viertel in Wuppertal

Wer Wuppertal besucht, sollte sich das Briller Viertel nicht entgehen lassen. Das Quartier bildet mit rund 250 denkmalgeschützten Bauwerken eines der größten gründerzeitlichen Villengebiete Deutschlands und gehört zu den schönsten und gefragtesten Wohngegenden.  Fabrikanten, Bankiers und Unternehmer bauten hier ab 1860 in den verschiedensten Architekturstilen: Die gut erhaltenden und restaurierten Gebäude mit kunstvollen Jugendstiltüren, Stuckfassaden, Marmorentées, Erkern, verspielten Türmchen und die gepflegten Gärten locken zum Flanieren durch das malerische Viertel am Hang unterhalb von Wuppertals Kaiserhöhe.

Gründerzeitvilla im Briller Viertel, Foto: Ute Latzke

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Highlights Möbelmesse

imm cologne 2018

Trotz Friederike habe ich es noch auf die imm cologne 2018 geschafft. Durch das Unwetter waren drei Anläufe nötig, zumindest bei Anreise mit der Bahn. Dementsprechend voll war es am Sonntag, dem letzten der drei Publikumstage. Mein Ziel waren wie die "blauen" Hallen, also alles rund um das Thema "Pure" sowie Halle 1 mit der Blickfangmesse. Da mich nach wie vor skandinavisches und italienisches Interiordesign begeistert – und die üblichen Verdächtigen auch alle wieder vertreten waren –, habe mich diesmal auf das Thema Beleuchtung fokussiert – sowie auf einige wenige Accessoires.

Dazu passte die diesjährige Installation von "Das Haus – Interiours on Stage" von Lucie Koldova, die alle Räume mit außergewöhnlichen Lichtkonzepten beeindruckend atmosphärisch in Szene gesetzt hatte. „In meinem ‚Haus‘ spielt das Licht die Hauptrolle, und die Möblierung komplettiert die Räume – und nicht umgekehrt!“, so die Designerin.

Eingang zu "Das Haus" von Lucie Koldova, Foto: imm cologne

Bildergalerie "Das Haus" imm cologne 2018, zum Vergrößern auf die Bilder klicken.


Es folgen einige ausgewählte Tisch- und Hängeleuchten sowie Accessoires, die mir aufgefallen sind. Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

 

werftbeton Möbel und Accessoires
Auf dem Blickfang Designers Market verweilte ich am Messestand von werftbeton Köln. Unternehmensgründer Michael Kuhn stellte seine Kollektion aus Beton vor, die Leuchten, Wohnaccessoires und Möbel umfast. So entwirft Kuhn neben Beistelltischen ganze Küchenzeilen und Arbeitsplatten und fertigt diese nach einer selbstentwickelten Betonrezeptur an. Faszinierend dabei die Haptik: Die Flächen sind nicht etwa rau und ruppig, sondern fühlen sich so fein und glatt an wie eine Metall- oder Marmoroberfläche. Von der Mondoberläche inspiriert sind die Luna concrete Pendel- und Tischleuchten und die Luna concrete Servierplatte, die bereits in verschiedenen Restaurants zum Einsatz kommt. Mit dem Künstler Stefan Strunden realisiert werftbeton eine Skulptur aus Beton, bei der zwölf Elemente zu einem Wandrelief individuell montiert werden. Dieses Relief gibt es auch als Maßanfertigung.

 

Interessant waren auch die Entwürfe einiger Nachwuchsdesigner bzw. "Pure Talents" sowie von Studenten diverser Hochschulen.

 

Review Kuboshow 2017

Junge Talente auf hohem Niveau

Die Kuboshow Messe 2017 (14./15. Oktober) für junge Kunst in den Flottmann-Hallen ist vorbei. Einen Eindruck der Arbeiten der Künstlerkollegen zeigt die Bildergalerie. Begeistert hat mich vor allem die Newcomerin Alvine Bautra (2. Reihe folgend) aus Lettland. Ihre großformatigen Portraits in Öl mit der Technik der optischen Dopplung bzw. Verdreifachung sind absolut schön... irritierend. Meine persönliche Auswahl ist keine Abwertung der anderen Künstler, es waren noch viele andere gute Arbeiten dabei. Aber bei dem Bildersturm konzentriere ich mich auf das mir Wesentliche. 

Wer sich für die Arbeiten der anderen Künstler interessiert: Hier geht es zur Künstlergalerie der Kuboshow 2017.