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Einsichten: Was machen Sie eigentlich als Texter so...?

 

Der konkrete Aufwand für das Recherchieren und Verfassen von Texten ist nicht allen Auftraggebern geläufig, daher fragt sich mancher vielleicht: Was tun Sie als Texterin eigentlich für mein Geld? Gerne bringe ich hier ein wenig Licht ins Dunkel und beschreibe ganz konkret mein Vorgehen und typische Arbeitsschritte am Beispiel eines Auftrags für einen Fachartikel aus dem Bereich Architektur. Und das läuft im Prinzip bei allen meinen Projekten ähnlich.

Zunächst erfolgt das Briefing, entweder schriftlich, telefonisch und auf Wunsch auch vor Ort beim Auftraggeber – etwa bei einer Agentur, Redaktion oder einem Unternehmen. Danach arbeite ich mich gründlich in die Thematik ein. Dann folgt eine weitere Recherche zum Thema oder einer Branche und ich entwickle je nach Auftrag ein Interviewkonzept. Daraufhin trete ich in Kontakt mit den relevanten Ansprechpartnern sowie Experten und führe ein oder auch mehrere Interview(s) – telefonisch, gelegentlich vor Ort. Mancher Partner bevorzugt es auch, mir die Antworten schriftlich zukommen zu lassen, die natürlich von mir anschließend redigiert werden.

Erst jetzt mit den Informationen aus Recherche und Interviews beginne ich den eigentlichen Text oder Artikel. Bei längeren Formaten mit rund 8000 Zeichen – das entspricht nach Druck etwa einem zwei- bis dreiseitigen Beitrag inklusive Fotos – braucht das eigentliche Schreiben natürlich auch seine Zeit. Ist der Beitrag aus meiner Sicht fertig und "rund", erhalten die beteiligten Personen bzw. Interviewpartner den Artikel zur Freigabe. Etwaige Korrekturen oder Änderungswünsche der verschiedenen Partner werden in eine gemeinsame Version des Textes übertragen. Hier ist Sorgfalt geboten. Diese Abstimmungsphase muss mit Blick auf die Deadline der Publikation mit dem Auftraggeber und den Beteiligten koordiniert werden. Manchmal ist mehrfaches Nachfassen und „sanfter Druck“ gefordert, damit ich die Deadline einhalten kann. Erst im Anschluss geht die finale Version des Textes an den Auftraggeber. Und auch hier ergeben sich oftmals noch Änderungswünsche in mehreren Korrekturdurchgängen.

Bei Texten für das Corporate Publishing oder auch für die Werbung liegt der Fokus zwar nicht primär auf dieser journalistischen Vorgehensweise. Aber auch hier ist das A und O, mit dem Kunden zu kommunizieren, sich mit dem Produkt, der Branche und auch mit den Mitbewerbern ausgiebig zu befassen und das genaue Briefing in den Texten umzusetzen. Einerseits gilt es herauszufinden, worin die Stärken und Besonderheiten des Unternehmens liegen und was seine Kultur und Denkart ausmachen. Je nach Auftrag greife ich ein schon bestehendes „Wording“ auf, verändere und optimiere es oder entwickle es ganz neu. Auch hier ist eine Recherche bei den entsprechenden Branchen notwendig oder den Wettbewerb zu scannen. Schließlich sollen die von mir entwickelten Texte und Ideen zum Auftraggeber und seinen Produkten passen und neue Impulse setzen.

Für bestimmte Themen – etwa IT, Internet und Business Intelligence– recherchiere ich bei englischsprachigen Medien, Quellen und Interviewpartnern. Zitate und Analysen übersetze ich dann zunächst ins Deutsche, bevor sie in den Text eingehen.

Fazit: Meine Kunden erhalten individuelle, maßgeschneiderte Texte und keine Stereotype oder Massenware von der Stange. Das gilt für jedes Projekt und jeden Auftraggeber – ob Agentur, Unternehmen oder Verlag.