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Fundstück 03: ... A FOREST denken Musik neu

 
Five Fruits, AFOREST, Bildrechte: AFOREST

Five Fruits, AFOREST, Bildrechte: AFOREST

Der eigene Entwurf von Musik, der überzeugt: Eine ungewöhnliche Besetzung aus 2 männlichen Stimmen, Schlagzeug und Synthesizern sowie Samples, die Einflüsse aus Electronica, Kammerpop, Singer-Songwriter, altem Soul und Minimal Techno zu einem sehr gekonnten Klangteppich verweben: atmosphärisch dicht, schön elektronisch, einfach: grandios. Das sind A FOREST in der Besetzung von Arpen, Fabian Schuetze und Friedemann Pruss.

So außergewöhnlich der Sound von A FOREST, so unkonventionell ist die Idee von Musik und deren Vermarktung. Die drei sagen nämlich: "Wir sind keine Musiker mehr... und Musik ist da, um geteilt zu werden". Natürlich werde sich die Anziehungskraft von Musik nie verändern, doch: "Die Bedingungen der Produktion und Distribution von Musik haben sich in den vergangenen 20 Jahren sogar ganz grundlegend verändert. Die größte Herausforderung dabei steckt nicht in der Technik, in MP3s oder Filesharing, sondern in unseren Köpfen. Wir als Künstler, Produzenten und Vermarkter müssen neue, passendere Wege finden, Musik unter digitalen Bedingungen zu veröffentlichen. I AM A FOREST ist ein Beitrag zu dieser neuen Kultur..."

Praktisch heißt das: Die drei Musiker denken nicht in Kategorien eines kompletten Albums, ob Vinyl oder CD, sondern in Etappenzielen. "Ein Album entwickelt sich ... Hier machen wir diese Phasen sichtbar und stellen unterschiedliche Versionen von Songs vor. Es geht darum, am Strom teilzuhaben, zu kommentieren, zu bearbeiten. Wir denken damit die Idee des unabhängigen, selbstständigen Musikers neu."

Die Idee: Die Fans werden als Samen (Seed) Teil dieses Prozesses. Aus diesen Seeds gedeihen die Blätter (Leaves) bzw.  Bäume und daraus entsteht irgendwann ein Wald... Anders ausgedrückt: Ein anständiges Auskommen als Musiker. Die Seeds sind zum Beispiel: Visits auf der Website, Newsletterabos, Likes on Facebook, Videostreamings. Die Leaves sind bezahlte Streamings auf Spotify und Bandcamp, Vinylverkaufe, CD- und T-Shirt-Verkäufe, Downloads auf iTunes und Livekonzerte etc...

Musik auf diese Weise neu denken – das macht Sinn. Und hört sich vollem sehr gut an (> Bandcamp). Also: Samen säen und einen Wald ernten!