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Texter und Journalist... ...geht’s noch? Geht doch!

 
Foto: Getty Images

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Als Texter und Journalist zu arbeiten, scheint für manche Zeitgenossen – zumeist Vertreter journalistischer Medien – der vielzitierte Widerspruch in sich zu sein, wie etwa Hassliebe oder Nullwachstum. Die simple Formel lautet: Beim einen geht es um Werbung und verkaufsfördernden Content = Kommerz, beim anderen um sachliche und aufwändig recherchierte Berichterstattung = Integrität. Nee, ist klar...

So sind alle integren Journalisten stets investigativ unterwegs, schreiben ausschließlich für Spiegel, FAZ, Süddeutsche, ZEIT, der Freitag, die TAZ oder Cicero und decken mindestens ein neues Watergate pro Jahr auf, am besten alles zusammen. Doch im echten Leben tun das die wenigsten, und das Gros – zumeist Freelancer – wird für sein Engagement mit Zeilenhonoraren auf Niedrigniveau entlohnt. Meinungsmacher sollten das mal im Hinterkopf behalten, wenn sie wieder einstimmen ins Klagelied von der schwindenden Qualität im Journalismus... Macht nix – Hauptsache ist doch, der Dünkel gegen die andere Disziplin wird weiter gepflegt, denn Texter haben ja eh nicht mehr drauf als „Geiz ist geil“...

Ob das so stimmt, hat mich nie interessiert. Ganz einfach, weil ich Anfragen von Medien und Verlagen sowie von Agenturen und Unternehmen erhalte. Und warum sollte ich diese ablehnen, zumal wenn ich die passende Lösung liefern kann? Die Projekte fallen somit vielfältig, spannnend und herausfordernd aus: Seien es Beiträge für Printmedien, etwa über Carsharing, zukunftsfähige Mobilität, die Relevanz von Pop up-Stores, Fachartikel über Architektur oder ein Essay über Fotografie. Auch PR-Artikel und Texte fürs Corporate Publishing und Websites, für ein medizinisches Blog oder ein Fotografieblog gehören dazu – genau wie das Entwickeln von Claims, eines passenden Wordings für ein Start-up in der Diätbranche und Namens für ein Kundenmagazin oder eine neue Rosensorte.

„Entweder oder“ ist selten eine gute Option und das Leben an sich – zumal als Freelancer – meistens eine Mischkalkulation. Dabei z(a)ählen letztendlich die Auftraggeber und deren Wünsche. Bei meiner Selbstständigkeit hat sich das „Sowohl als auch“ bewährt, Portfolio und Erfahrungen sind so stetig gewachsen. Wichtig ist, dass man stets neugierig, kreativ und flexibel bleibt, Neues wagt und sich was (zu)traut – auch im Zweifel einmal Nein zu sagen.