Moderner Museumsbau

Tchoban Foundation: Kühner Entwurf mit markanter Fassade

Menschen, die wenig Zugang zu zeitgemäßer Architektur und Betonbauweise haben, empfinden diese oft als kalt oder trist, Tenor: Ist das Gebäude schon fertig und soll das etwa so bleiben...? Dass es auch anders geht, als puristisch weiß oder betongrau, zeigt eindrucksvoll das Museum für Architekturzeichnung in Berlin. Das 2013 fertiggestellte Projekt stammt vom Moskauer Architekturbüro SPEECH Tchoban & Kuznetsov.

Das auffällige Gebäude begeistert mit seiner kühnen Konstruktion als versetztes Staffelgeschoss und einer Fassade aus eingefärbtem Sichtbeton. Ein markantes Relief auf der gesamten Oberfläche gibt dem massiven Gebäude Charakter, eine warme Ausstrahlung und vermittelt Leichtigkeit: Die stilisierten Architekturzeichnungen wirken, als seien sie mit einem lockeren Federstrich ausgeführt.

Das Museum für Architekturzeichnung liegt auf dem Gelände des Pfefferbergs in Berlin-Prenzlauer Berg. Beton und Glas bilden eine Hülle, deren ungewöhnlich ornamentierte Oberfläche im Kontrast steht zur Klarheit und Schlichtheit des Entwurfs: Die Fassade zieren stark vergrößerte Fragmente architektonischer Skizzen. Damit gibt das Äußere gleich Aufschluss, was den Besucher erwartet. Im Inneren kehren die Gestaltungselemente der Fassade in handgeschnitzten Holzpanelen der Wände wieder.

Das Gebäude beherbergt die Tchoban Stiftung und deren umfangreiche Sammlung von Architekturzeichnungen. 2009 gründete Stifter und Architekt Sergei Tchoban die Foundation, mit dem Ziel, die fantastischen und emotionsgeladenen Welten der Architekturzeichnung in Ausstellungen einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Weitere Informationen zur Sammlung und Ausstellungen auf der Website der Tchoban Foundation.