Texteralltag

Was tut der Texter fürs Geld?

Texten ist easy und Artikel sind schnell geschrieben, denken Sie und machen’s gerne selber. Die Ergebnisse sind oft bescheiden und das fällt auf Sie zurück! Warum? Weil potenzielle Kunden anhand der Texte Rückschlüsse auf die Qualität Ihrer Produkte und Dienstleistungen ziehen. So einfach ist das und das ist fatal.

Klare, emotionale Texte zu erstellen, die auf den Punkt kommen, erfordert Zeit und ist eben nicht “einfach”. Gerne bringe ich Licht ins Dunkel unrealistischer Vorstellungen und beschreibe Aufwand und Arbeitsschritte.

Zunächst erfolgt das Briefing, entweder schriftlich, telefonisch und auf Wunsch auch vor Ort beim Auftraggeber. Danach arbeite ich mich gründlich ins Thema ein, recherchiere rund um Branche und Wettbewerber. Wenn erforderlich, überlege ich ein Fragenkonzept, trete in Kontakt mit Ansprechpartnern sowie Experten und führe Interviews – telefonisch, gelegentlich vor Ort. Mancher gibt mir die Antworten lieber schriftlich, die natürlich erst redigiert werden müssen.

Grafik/Foto: Ute Latzke

Grafik/Foto: Ute Latzke

Erst jetzt mit den Informationen aus Recherche und Interviews beginne ich den eigentlichen Text oder Artikel. Bei längeren Formaten mit rund 7000-8000 Zeichen und komplexen Themen braucht das Schreiben seine Zeit.

Kurze Texte dauern noch länger! Was paradox klingt, wird jeder Texter bestätigen: Eine Fülle von Informationen muss verdichtet werden, so etwa bei Websites, Imagebroschüren, Kundenmagazinen und Abstracts von Architekturartikeln. Oder es sind Claims und Teaser gefragt: Dafür wird das Wesentliche klar und emotional auf den Punkt formuliert, denn oftmals soll exakt auf Zeile geschrieben werden. Das ist die Kunst, denn schwafeln tun schon andere.

Koordination und Projektmanagement. Ist ein Beitrag aus meiner Sicht rund, erhalten die beteiligten Personen bzw. Interviewpartner den Artikel zur Freigabe. Etwaige Korrekturen oder Änderungswünsche übertrage ich im Anschluss in eine gemeinsame Version des Textes. Manchmal gibt es mehrfache Abstimmungsphasen, da alle Abteilungen einbezogen werden wollen. Hier heißt es am Ball bleiben, Koordinieren, Nachfassen und sanften “Druck” ausüben per E-Mail oder telefonisch, damit ich die Deadline beim Auftraggeber einhalten kann. Das ist alles im Honorar enthalten, diesen Aufwand bekommt aber keiner mit.

Beim Corporate Publishing oder werblicheren Texten liegt der Fokus nicht so stark auf journalistischen Vorgehensweisen? So ist zumindest die Annahme. Aber auch hier setze ich mich mit Kunden, Produkten und Zielgruppe auseinander. Je nach Projekt geht die Recherche viel tiefer, weil z.B. Statistiken, Forschungsergebnisse und Expertisen gefordert sind – gerade um die Glaubwürdigkeit des Unternehmens bei den Share- und Stakeholdern zu erhöhen. Oder es gilt herauszuarbeiten, worin die Stärken und Besonderheiten des Unternehmens liegen und was Kultur und Denkart ausmachen. Schließlich sollen meine Texte neue Impulse setzen und zum Auftraggeber und seinem Unternehmen passen. Für bestimmte Themen – etwa IT, Internet und Business Intelligence – recherchiere ich bei englischsprachigen Medien, Quellen und Interviewpartnern.

SEO und Kundentermine. Die meisten Kunden kennen sich mit SEO-Optimierung ihrer Website oder entscheidenden Onpage-Kriterien wie Title Tag oder Meta-Description nicht aus. Auch hier helfe ich gerne weiter. Ja… und oft möchte der Kunde gerne individuell beraten werden, sprich: mich persönlich vor Ort kennenlernen. Mache ich natürlich auch, kostet aber ebenfalls Zeit und “honoriert” wird ein Kundentermin eher selten, gehört dazu…

Fazit: Alle meine Kunden erhalten individuelle, maßgeschneiderte Texte und keine Stereotype bzw. Massenware von der Stange. Das gilt für jedes Projekt und jeden Auftraggeber – ob Unternehmen, Architekt, Immobilienentwickler, Agenturen, Verlage oder kleine Selbstständige und Freelancer. Dieses große Engagement kostet meine Zeit und Ihr Geld. Bei mir ist es gut investiert, verlassen Sie sich darauf! Verschaffen Sie sich gerne einen Überblick auf der Homepage oder über die Navigation/Text.

Qualität kostet

Wollen Sie Blech oder lieber Gold?

Texte zu verfassen, halten die meisten für keine große Sache. Wozu also viel Geld für einen Texter ausgeben? Schreiben kann doch jeder, das hat man schließlich in der Schule gelernt... Sicher, doch einfach etwas dahin schreiben, ist das eine, einen professionellen Text zu verfassen das andere. Das fordert Erfahrung, Kompetenz und vor allem Zeit. Schnelles Rumgetippe ist da wenig zielführend und nur scheinbar preiswerter als ein professioneller Texter. Viel wahrscheinlicher ist, den ersten guten Eindruck zu verschenken.

Preiswert oder doch lieber Mehrwert?
Qualität hat ihren Preis, und vielleicht erscheint dieser zunächst zu hoch. Aber orientieren Sie sich daran, dass etwas „preiswert“ respektive billig ist oder am Mehrwert, der durch den Kauf eines hochwertigen Produkts entsteht? Die Frage sei erlaubt. Und der britische Schriftsteller und Sozialphilosoph John Ruskin (1819-1900) beantwortet diese eindeutig, und zwar dass man für wenig Geld keine herausragende Leistung verlangen kannt:

 

„Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.“

Weiter wird Ruskin zitiert mit: „Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu bezahlen.

Auf das interessante Zitat von John Ruskin brachte mich der Beitrag „Billig und unwillig“ von Andreas Maxbauer auf PAGE-Online. Die Auslassungen des Designers, Autors und Dozenten bei der Allianz deutscher Designer (AGD) zum Thema "preiswert oder Preis wert" sind durchaus lesenswert.