Nische hat das Zeug zum Unwort des Jahres 2019

Hier ein Klartext zum Thema „Nische“! Nein, das ist kein Plädoyer für den Bauchladen. Mir geht es um den inflationären Gebrauch des Begriffs und die negativen Assoziationen, die er auslösen kann.

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Sicher ist es ist klug und ratsam, einen Fokus zu haben und sich als Experte in einem Bereich zu spezialisieren. Oder Produkte und Dienstleistungen anzubieten, die Bedürfnisse befriedigen, Probleme lösen, Menschen helfen etc. Soweit d'Accord mit dem Tipp von Instagramstrategen, Socialmedia-Experten und Coaches: „Finde Deine Nische“. Doch Sprache hat große Macht, positive und leider auch negative. Der Begriff Nische stammt aus dem Französischen: Er bedeutet neben Nische auch ein Nest bauen und nisten, aber auch Loch, Spalt und Mauervertiefung.⁠ Letztere Begriffe klingen nicht mehr so heimelig wie die Nische, in der man es sich mit dem Business gemütlich machen soll…

Die Nische nagelt Leute fest

Das Wort Nische wirkt beengend und kleinkariert. Gedanken an Stärke, Expertise und Wachstum (Diversifikation?!) kommen mir dabei nicht in den Sinn. Wenn Coaches und Strategen permanent die Nische predigen, nagelt das Leute fest! Denn so werden vielleicht auch (Geschäfts)Ideen vorschnell verworfen, weil sie scheinbar nicht in die Nische bzw. zum Businessmodell passen. Ob das permanente Nischenblabla junge Selbstständige oder Firmen, die gerade erste Schritte gehen, eher verunsichert als in ihrem Tun bestärkt, sei dahingestellt. Wahrscheinlich ist aber, dass sie sich nicht mehr trauen, etwas auszuprobieren, Dinge zu wagen und neue Ideen in ihr Business zu integrieren – oder auch zu verwerfen.

früh den Fokus festlegen vS. Erfahrungen sammeln

Nehmen wir z.B. einen Grafikdesigner (gemeint ist immer m/w/d) auf dem Schritt in die Selbstständigkeit. Wäre es da ratsam, sich sofort auf eine Nische zu kaprizieren, z.B. auf die Gestaltung für „junge Unternehmerinnen” oder „Onlinecoaches“ oder „Weddingplanner”? Klar, wer Autohäuser, eine Brauerei, Metzger, Ärzte, Anwälte, Behörde, Gartencenter oder Galerien im Programm hat, könnte sich verzetteln. Vielleicht fehlt der Fokus, um eine klare Linie in der Gestaltung zu entwickeln. Mag sein. Auf der anderen Seite: Warum sollte ein Designer sich nur auf eine Berufsgruppe oder Branche als Zielgruppe bzw. Wunschkunden festlegen? Es geht ja auch darum, Erfahrungen und Referenzen zu sammeln, den Horizont zu erweitern mit vielfältigen Projekten und Herausforderungen, um letztendlich Kompetenz zu beweisen. Ja, und es gibt beispielweise auch fähige Köpfe, die versiert sind im Printbereich, Branddesign UND Webdesign.

Von der Nische zum Ladenhüter

Das mit der Nische lässt sich das anders ausdrücken, nämlich über Begriffe wie Stärke, Expertise, Spezialisierung und Qualität. Es ist doch so: Keine Firma – ob groß oder klein – kommuniziert ernsthaft: „Wir hocken in dieser oder jenen Nische…. Wir stellen ganz tolle Nischenprodukte her…“, sondern z.B.: „Wir sind Spezialisten für dies und das... Wir verbinden Handwerkskunst mit Innovationen. Deshalb sind wir Experten für exklusive Designermöbel aus Holz. Damit machen wir Ihr Zuhause einzigartig.“ Ihr merkt den Unterschied in Aussage und Tonalität?⁠ Zumal: Es gibt auch Selbstständige oder Unternehmen, die glaubhaft in mehreren Bereichen aktiv sind und Erfolg haben, hui! Und nun? Auch für solche Freelancer bzw. Firmen muss es Lösungen geben – oder von IG-Coaches erarbeitet werden –, damit sie ihr Business auf Instagram, Website und anderen sozialen Medien passend präsentieren. Von der Nische zum Ladenhüter ist nur ein kleiner Schritt...⁠

Wenn ich mich selber und textart mal betrachten darf ;-): Hier geht es um gute Texte und Konzeption sowie Kunst. Das sind ja schon per se mehrere Gewerke bzw. „Nischen“. Hinzu kommt, dass ich mich erst in letzter Zeit hinsichtlich Text gezielt auf Architekten, Designer und Corporate Publishing fokussiere. Wer in meine Referenzen schaut, findet weitere Themenbereiche wie Automotive, IT, Wirtschaft, Kultur. Heißt: Wenn ich eine spannende Anfrage oder Herausforderung erhalte, lehne ich die nicht ab. „Erweitere meine Nische”, wenn man so will. Somit habe fundierte Erfahrungen gesammelt und bin an den vielseitigen Aufgaben gewachsen.

Oder die Kunst: Viele hatten davon abgeraten, „dieses Hobby” auch auf meiner (Business)Website zu präsentieren. Ein unpassender Ratschlag. In meiner Arbeit gehören Texte und Kunst bzw. meine Malerei zusammen. Das macht mich aus und darin bin ich sehr gut. Das interessiert vor allem die Zielgruppe mit Architektur-, Design- oder Kunsthintergrund. So sehen sie, dass ich sie verstehe und agiere auf Augenhöhe. Hätte ich nur das Nischendasein gefristet, wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin.

Einfache Texte sind voller Kraft, brauchen aber Zeit

Texten? Total easy! Ein bisschen schreiben, redigieren oder korrigieren, hier ein Wort umstellen dort eins streichen… und fertig. Ist doch keine große Sache? Für mich schon. Denn Auftraggeber und Projekte sind individuell, genau wie ihre Bedürfnisse, Ziele, Produkte, Services und Strategien. Dafür habe ich keine Textschablone und es gibt keine Standardlösungen.

Texten in all seinen Facetten und Formaten – ob für Architektur, Corporate Publishing, Website, Presseinformationen oder auch journalistische Fachartikel – erfordert zunächst fundierte Recherche. Dazu gehört Thema, Auftraggeber, Produkte und Zielsetzung zu verstehen sowie die Märkte und Wettbewerber. Erst dann lassen sich Ideen, nutzwertiger Content und eine passende Tonalität entwickeln. Geschrieben ist bis dahin immer noch nicht viel. Zumal: Oftmals sind Interviews zu führen oder Termine wahrzunehmen, was zusätzlich Zeit frisst.

Themen und Formate variieren in Inhalt und Anspruch. Es ist etwas anderes, Artikel für ein Lifestylemagazin zu kreieren oder Websitetexte für eine junge Digitalagentur, ein renommiertes Medienhaus oder einen Autohersteller zu verfassen. Wieder eine andere Baustelle sind Texte für Architektur, Interiordesign und Immobilien oder Fach- und PR-Artikel, etwa für einen Produzenten von Industrieanlagen: Hier gilt es, komplexes technisches Fachwissen so zu vermitteln, dass trotzdem alles verständlich und locker leicht zu lesen ist. Sonst steigt der Leser aus oder schläft ein.

Ihr schreibt selbst? Dann formuliert Eure Botschaften klar, einfach und je nach Branche emotional. Stellt Euch dabei immer Eure Zielgruppe vor. Dann seid Ihr auf Augenhöhe und textet Euch ins Herz und Hirn der Leser und potenziellen Kunden. Gute Texte stehen für Qualität und sind ein Zeichen der Wertschätzung extern wie intern. Stellt Euch vor: Ihr und Eure Mitarbeiter bringt Topleistung und seid mit Herzblut dabei. Aber die Texte auf Website oder in Imagebroschüren sind lahm oder strotzen vor Fehlern!?! Eine fatale Wirkung nach außen wie innen.

Übrigens: Die größte Challenge sind kurze Texte, die benötigen viel mehr Zeit als viele annehmen. Denn hier geht es um die Essenz. Das erfordert eine extreme Sprachverdichtung, bei der nichts vom Kern der Botschaft verloren gehen darf. Da feilscht man um jedes Wort und jeden Buchstaben, bis es passt. Schon Goethe bemerkte (oder waren es Jonathan Swift, Heinrich von Kleist?): „Ich schreibe dir einen langen Brief, weil ich für einen kurzen keine Zeit habe.“

Am Ende ist es doch so: Bilder bzw. Design und Texte machen gemeinsam einen starken Auftritt. Deshalb liebe ich es, zu Netzwerken und bei Projekten direkt mit den Designern, Webdesignern und Grafikern zusammenzuarbeiten. Nur dann ist alles einem Guss und die Marke überzeugt optisch und inhaltlich.

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Pikierte Kunden und karierte Maiglöckchen

Immer das Beste für meine Auftraggeber herauszuholen, treibt mich als Dienstleister an. Sie sollen auf ganzer Linie überzeugen durch individuelle Texte, etwa für Websites, Imagebroschüren, Newsletter, Kundenmagazine etc. Deshalb hänge ich mich bei allen Projekten mit viel Engagement und Know-how rein – ob für Unternehmen, kleine Firmen oder Selbstständige. Tja... oft kommt das nicht so gut an wie gedacht und sorgt sogar für Irritationen.

Für einen Kunden (Gartencenter) sollte ich das Mitarbeitermagazin „pimpen“. Die Artikel strotzten vor Fehlern und waren unbeholfen formuliert. Also ging ich beherzt an die Bearbeitung, damit alles klar, informativ, schön zu lesen und vor allem fehlerfrei ist. Am Ende sollte ich über das Layout-PDF schauen und letzte Flüchtigkeitsfehler oder Änderungen einarbeiten. Und…? Die Hälfte meiner Texte war ausgetauscht durch die ursprüngliche Version, also wieder fehlerhaft und schlecht formuliert. Nun hatte ich meine liebe Not, das alles im PDF wieder zu richten. Extrem viel Zusatzarbeit und unnötig! 


Rechtschreibung ist nicht diskutabel

Klar hat jede Firma unternehmensinterne Schreibweisen. Doch sind guter Stil, doch vor allem korrekte Rechtschreibung und Zeichensetzung für mich nicht diskutabel. Offenbar sahen das manche der Mitarbeiter anders und waren “beleidigt" 😱. Eigentlich sollten sie sich freuen über die nun fehlerfreien und gut lesbaren Texte… Okay, meine Ansprechpartnerin in der Firma betonte zwar meine gute Arbeit. Allerdings musste sie offenbar “dankbar sein”, überhaupt Input von den jeweiligen Abteilungen zu erhalten. Die haben ja alle “so viel zu tun”. Mag sein, ist aber erst Recht ein Grund, das Texten einem Profi zu überlassen, anstatt sich selber damit zu belasten. Vor allem, wenn nicht viel dabei herauskommt. Zumal Kommunikation Teil der Unternehmensstrategie und somit Chefsache sein sollte oder? Wirkungsvolle und korrekte Sprache beschließt man nicht nach Gusto. Und dass die Außenwirkung schlechter Texte fatal ist, sei hier nur am Rande erwähnt.

Da passt was nicht...

Mittlerweile bin ich an der dritten Ausgabe dieses Kundenmagazin – ja, ich hab großes Stehvermögen 😉. Schon nach Abwicklung der ersten habe ich der Firma klar kommuniziert: Das vereinbarte Honorar ist bei dem Aufwand zu knapp. Insbesondere falls ich diesmal wieder alles im PDF „nacharbeiten“ muss. Was zu fürchten ansteht… Darauf reagiert man nun etwas verschnupft. Was unpassend ist: Denn nach mehr als drei Jahren guter Zusammenarbeit sollte eine Geschäftsbeziehung es aushalten, wenn ich als Dienstleister das Feedback gebe: Sorry, passt nicht mit dem Honorar. Viel wichtiger als die Honorarfrage ist mein Gefühl, da passt was nicht… Andere Kunden sind froh über die erarbeiten Lösungen und wissen meinen Einsatz zu schätzen. Schließlich haben sie mich dafür engagiert, weil Inhouse Kapazitäten oder Expertise fehlen.

Beratungsresistenz und karierte Maiglöckchen

Ähnliche Erfahrungen gemacht wie bei dem Gartencenter habe ich bei einer Kundin im Bereich Coaching. Geplant waren Texte für deren neue Website, die parallel von einer Agentur erstellt wurde. Im Vorfeld sollte ich zunächst den bestehenden Flyer für ein Seminar überarbeiten. Mit meinem ersten Entwurf war die Kundin noch nicht einverstanden. Stimmt, der Text war noch nicht ganz rund, deshalb habe ich gerne weiter daran gefeilt. Es ist ja auch immer ein Prozess mit mehreren Korrekturschleifen. Das ist völlig okay und gehört zum Job.

Hingegen war mein Textentwurf für den entsprechenden Newsletter auf den Punkt formuliert und auf die Zielgruppe zugeschnitten. Dieser Entwurf wurde dann auch von der Kundin „überarbeitet“, genauer: verhunzt. Ihr Text war so formuliert, wie man es nicht machen soll: langatmig, sprachlich unrund und vor allem nur aus ihrer Sicht geschrieben. Die Kundenbedürfnisse und der CTA kamen dann irgendwann unter ferner liefen…

Achtung: Mir geht ging es nicht darum, „meinen Entwurf durchzuboxen“. Aber die Zielgruppe sollte sich von dem Newsletter abgeholt fühlen, um im Idealfall das Seminar zu buchen. Darauf war mein Text zugespitzt, ihrer nicht. Was ich der Kundin genau dargelegt habe... Doch traf hier Beratungsresistenz auf den Wunsch nach „karierten Maiglöcken“. Heikle Kombination. Also schwante mir, dass dies bei den Texten fürs Websiteprojekt nicht anderes verlaufen wird. Für Flyer, diverse Telefonate und Newsletter Text hatte ich bereits fünf Stunden investiert – nicht zu Reden vom Kennenlerntreffen, das der Kundin wichtig war. Habe ich alles abgeschrieben...

Manchmal muss man eine Grenze ziehen

Muss ich mich an der Beratungsresistenz beider Kunden aufreiben? Nein. In solch seltenen Fällen ziehe ich nun die Grenze, Honorarverlust hin oder her. Das habe ich auch in freundlichen Worten kommuniziert. Stattdessen fokussiere ich mich lieber auf Projekte, deren Auftraggeber meine Arbeit schätzen, die kooperativ sind und denen ich darlegen kann, warum etwas so nicht funktioniert und was Sinn macht. :-).

Ende der Durchsage.

Was tut der Texter fürs Geld?

Texten sind schnell geschrieben, denken Sie und machen’s gerne selber. Die Ergebnisse sind oft bescheiden und das fällt auf Sie zurück! Warum? Weil potenzielle Kunden anhand der Texte Rückschlüsse auf die Qualität Ihrer Produkte und Dienstleistungen ziehen. So einfach ist das und das ist fatal.

Klare, emotionale Texte zu erstellen, die auf den Punkt kommen, erfordert Zeit und ist eben nicht “einfach”. Gerne bringe ich Licht ins Dunkel unrealistischer Vorstellungen und beschreibe Aufwand und Arbeitsschritte.

Zunächst erfolgt das Briefing

Das passiert entweder schriftlich, telefonisch und auf Wunsch auch vor Ort beim Auftraggeber. Danach arbeite ich mich gründlich ins Thema ein, recherchiere rund um Branche und Wettbewerber. Wenn erforderlich, überlege ich ein Fragenkonzept, trete in Kontakt mit Ansprechpartnern sowie Experten und führe Interviews – telefonisch, gelegentlich vor Ort. Mancher gibt mir die Antworten lieber schriftlich, die natürlich erst redigiert werden müssen.

Grafik/Foto: Ute Latzke

Grafik/Foto: Ute Latzke

Erst jetzt mit den Informationen aus Recherche und Interviews beginne ich den eigentlichen Text oder Artikel. Bei längeren Formaten mit rund 7000-8000 Zeichen und komplexen Themen braucht das Schreiben seine Zeit.

Kurze Texte dauern länger!

Was paradox klingt, wird jeder Texter bestätigen: Eine Fülle von Informationen muss verdichtet werden, so etwa bei Websites, Imagebroschüren, Kundenmagazinen und Abstracts von Architekturartikeln. Oder es sind Claims und Teaser gefragt: Dafür wird das Wesentliche klar und emotional auf den Punkt formuliert, denn oftmals soll exakt auf Zeile geschrieben werden. Das ist die Kunst, denn schwafeln tun schon andere.

Koordination und Projektmanagement gehören dazu

Ist ein Beitrag aus meiner Sicht rund, erhalten die beteiligten Personen bzw. Interviewpartner den Artikel zur Freigabe. Etwaige Korrekturen oder Änderungswünsche übertrage ich im Anschluss in eine gemeinsame Version des Textes. Manchmal gibt es mehrfache Abstimmungsphasen, da alle Abteilungen einbezogen werden wollen. Hier heißt es am Ball bleiben, Koordinieren, Nachfassen und sanften “Druck” ausüben per E-Mail oder telefonisch, damit ich die Deadline beim Auftraggeber einhalten kann. Das ist alles im Honorar enthalten, diesen Aufwand bekommt aber keiner mit.

Recherche ist das A und O – bei jedem Format

Beim Corporate Publishing oder werblicheren Texten verfangen journalistische Vorgehensweisen nicht? Falsche Annahme. Aber auch hier setze ich mich mit Kunden, Produkten und Zielgruppe auseinander. Je nach Projekt geht die Recherche viel tiefer, weil z.B. Statistiken, Forschungsergebnisse und Expertisen gefordert sind – gerade um die Glaubwürdigkeit des Unternehmens bei den Share- und Stakeholdern zu erhöhen. Oder es gilt herauszuarbeiten, worin die Stärken und Besonderheiten des Unternehmens liegen und was Kultur und Denkart ausmachen. Schließlich sollen meine Texte neue Impulse setzen und zum Auftraggeber und seinem Unternehmen passen. Für bestimmte Themen – etwa IT, Internet und Business Intelligence – recherchiere ich bei englischsprachigen Medien, Quellen und Interviewpartnern.

Auch SEO, Kundentermine, Beratung kosten zeit

Die meisten Kunden kennen sich mit SEO-Optimierung ihrer Website oder entscheidenden Onpage-Kriterien wie Title Tag oder Meta-Description nicht aus. Auch hier helfe ich gerne weiter. Ja… und oft möchte der Kunde gerne individuell beraten werden, sprich: mich persönlich vor Ort kennenlernen. Mache ich natürlich auch, kostet aber ebenfalls Zeit und “honoriert” wird ein Kundentermin eher selten, gehört dazu…

Fazit: Alle meine Kunden erhalten individuelle, maßgeschneiderte Texte und keine Stereotype bzw. Massenware von der Stange. Das gilt für jedes Projekt und jeden Auftraggeber – ob Unternehmen, Architekt, Immobilienentwickler, Agenturen, Verlage oder kleine Selbstständige und Freelancer. Dieses große Engagement kostet meine Zeit und Ihr Geld. Bei mir ist es gut investiert, verlassen Sie sich darauf! Verschaffen Sie sich gerne einen Überblick auf der Homepage oder über die Navigation/Text.

Warum es besser ist, in Wertarbeit zu investieren, lesen Sie im Beitrag “Qualität kostet und bringt Mehrwert”.

Öfter mal auf Instagram entfolgen

Als Texter treibt mich an so klar und schlank wie möglich zu formulieren. Letztendlich steht das allen Texten und Kunden besser. Doch darum geht es hier nicht, sondern um einen “Instagram-Frühlingsputz”: Endlich habe ich meine IG-Abos entrümpelt! Interessanter Weise waren darunter viele Bussinessaccounts, zumal aus der Kreativbranche, denen ich nicht mehr folge.

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Inspiration erwünscht

Grundsätzlich finde ich es inspirierend, Anregungen von vielen IG-Abos zu erhalten. Zumal ich auch nicht zu den Influencern oder Unternehmen mit 10 K oder 100 K Followern gehöre, die selbst nur 90 Intstagramaccounts folgen. Ist ja auch so cool ;-). Klar, auf wenige Abos lässt sich leichter fokussieren und gezielter interagieren, stimmt schon. Dennoch frage ich mich, woher der/diejenige seine/ihre Anregungen erhält. Ab und an ist man ja auch nur aus Spaß auf IG unterwegs, interessiert sich für Kunst, Mode, Fitness, Lifestyle oder Interior, whatever. Da kann mir keiner erzählen, dass bei nur 90-100 Abos konstant guter und inspirierender Content im Feed auftaucht. Zumal manche Nutzer auch nicht täglich posten. Ein Klick auf “Entdecken“ ist auch weniger ertragreich als gedacht: Der Algorithmus schlägt fast ausschließlich Posts oder Profile vor, die denen entsprechen, denen man ohnehin folgt. Selber erlebt, willkommen in der Filterblase! Doch jeder wie er mag. Nun aber zurück zum Entrümpeln…

Frühjahrsputz schafft Freiraum und Klarheit

Angeregt zum Frühjahrsputz wurde ich durch Trajan Tosev, ein fähiger Instagramstratege für Selbstständige, der sein Portfolio unlängst mit dem Podcast “Echt abgefahren” ergänzt hat. Tatsächlich hatte ich das Gefühl, dass bei vielen IG-Accounts, die ich abonniert hatte, mehr Masse als Klasse vorherrscht. Oder mich die Themen einfach nicht mehr angesprochen haben. Jedenfalls wurde es mir zu viel. Also sagte ich rund 100 Accounts Goodbye. Das tat ich keinesfalls leichtfertig, im Gegenteil: Habe jedes der gut 360 Profile und deren Feeds nochmal gecheckt, bevor ich entfolgt bin! Das war aufwendig und zeitraubend. Aber jetzt ist mein Abofeed klar überschaubar und ich bin wieder offen für Neues!

Bedeutet kreativ sein, zwangsläufig gut sein?

Nicht mehr folge ich z.B. vielen Agenturen. Es hat mich überrascht, eher noch geärgert, wie lahm (inhaltlich und optisch) die Feeds dieser “Kreativen” sind. Obwohl viele der Branchenvertreter zig Designpreise gewonnen haben. Doch auf Insta-Feeds sieht man nix davon! Die vorherrschenden Motive bleiben sinnfreie, zumal unattraktive Fotos von Kaffeetassen (“Guten Morgen!”) oder Kicker- und Pizzarunden im Office. Und wenn dann mal interessante Projekte gepostet werden, fehlt die Erklärung, worum es geht und was es soll... Herrje! Auch die Binsenweisheiten vieler “Social Media-Experten” mit ihren uninspirierenden Feeds nerven mich irgendwann nur noch, also: Kill Abo.

Mehr Mehrwert und weniger Pizzafotos

Offenbar hat sich noch immer nicht (sic! 2019) herumgesprochen, dass in IG mehr Potenzial liegt. Naja, es macht ja auch Arbeit, wenn’s gut werden soll, was wohl der springende Punkt ist. Stichwort: „Mehrwert geben“ mit gutem Content: attraktive! Fotos, Videos und Grafiken sowie Texte mit nützlichen Informationen oder Stories, whatever... Zumindest erwarte ich das von einem Businessaccount. Es gibt viele private Nutzer auf IG, die das wesentlich besser drauf haben. Und es ist mir eine Freude, diesen Accounts weiter zu folgen.

Netzwert versus nutzlos

Bilder sagen mehr als tausend Worte? Sicher: Geht es um Kunst – ob Gemälde, Foto, Grafik – „spricht“ ein Werk auch ohne viel Gerede: Es begeistert, berührt, verstört, verwirrt, regt an, rüttelt auf, zieht runter oder beflügelt Dich... Auch Piktogramme vermitteln klare, einfache Botschaften, z.B. wo ist das WC oder der Notausgang, fast so wie Höhlenmalerei. Doch dafür dürfte unsere Welt ein bisschen zu komplex geworden sein oder?

Foto: Ute Latzke

Foto: Ute Latzke

Texte verbinden

Ein Bild hat zunächst einmal Sogkraft. Und falls es schön ist oder wenigstens originell, verschenkt man schnell sein Herzchen. Mache ich auch und bekomme ich eins für mein Post – um so besser. Wachsen dann noch meine Followerzahlen: yeah! Doch eines nervt gewaltig: Wenn man voller Neugier auf “mehr“ klickt und es fehlt im Wortsinne die Botschaft bzw. eine nette Info, worum es eigentlich geht. Motto: schön hier, aber where’s the beef?

Texte geben Sinn

Erst mit Texten vermitteln wir relevante Informationen, machen Aussagen von Bedeutung, geben Dingen einen Sinn – und verbinden letztendlich Menschen. Das nennt man Kommunikation :-). Und das funktioniert sehr gut auch auf einem Sozialkanal wie Instagram. Vorausgesetzt, es sind sinnstiftende Bildunterschriften vorhanden.

Erklären Sie, was Sache ist!

Interessant, mehr noch ärgerlich ist außerdem, dass manche immer noch meinen, Fotos von Kuchen, dampfenden Kaffeetassen oder lustigen Ringelpietz um die Tischtennisplatte seien der absolute Burner: “Total tolle Start-up-Atmosphäre hier, yeah!” Auch verwackelte, düstere und verpixelte Bilder von irgendwelchen ominösen Projekten werden gerne mal auf Instagram geteilt. Genau das (-> nämlich diese Projekte) interessieren mich und viele andere Follower! Nur dann sollten solche Posts auch mit relevanten Infos ergänzt werden, die erklären, was Sache ist!

Verbinden Sie Bild und Text nutzwertig

Wäre es nicht schöner und sinnvoller für uns alle, Bild und Wort nutz- und netzwertig miteinander zu verbinden (= Added Value, Contentmarketing) ??? Aber bitte mit attraktiven Posts, die ein Projekt, Webdesign oder die neuesten Layoutentwürfe präsentieren. Ergänzt mit einem knackigen Text, der die Herausforderung beschreibt und den Weg bis zur Lösung! DAS begeistert mich an einer kreativen Firma, DAS will ich sehen, DARÜBER will ich lesen – und nicht banale Fotos von der gemeinsamen Pizzarunde! Zumal: Stimmt die Unternehmenskultur im Betrieb, findet die sowieso regelmäßig statt, muss man das extra posten? Der Informationswert solcher Posts tendiert gegen Null. Hingegen: Dass sich die Mitarbeiter z.B. regelmäßig weiterbilden dürfen, wäre durchaus ein Post von der Veranstaltung wert (von wegen Employer Branding, Arbeitgebermarke und so…).

Die üblichen Verdächtigen haben es nicht drauf

Anstatt sich mit einem gepflegten Feed und aussagekräftigem Content auf Instagram zu präsentieren, wird die Chance zugunsten aktionistischer “Posterei” verschenkt. Auffällig ist, dass verstärkt Firmen der Kreativbranche diese Unsitte pflegen wie ein Tamagotchi. Tja… und so manches dieser Unternehmen erzählt anderen – nämlich ihren Follower und/oder potenziellen Kunden – gerne und beständig: wie man erfolgreich kommuniziert im Web und in den neuen Medien und was man tun und lassen sollte und überhaupt…

Ich mein ja nur!

Mit Herzblut bei der Sache

Foto: Ute Latzke

Foto: Ute Latzke

Heart's Blood. Ihr steckt viel Herzblut in Eure Arbeit und Projekte? Wie toll! Oft suchen wir nach der absoluten Erfüllung bei einem Job: Das ultimative Projekt, bei dem wir unser Knowhow einbringen dürfen, unsere Kreativität gefragt ist und wir mit Passion bei der Sache sind. Doch oft sieht die Realität anders aus…

Brot- und Butterjobs sind die Regel unter den Projekten und nicht das Sahnehäubchen. Soweit so ungut! Doch stimmt das wirklich? Liegt es nicht manchmal auch an der eigenen Erwartungshaltung und/oder der inneren Einstellung, die man gegenüber einem Auftrag oder Kunden hat?

Häufig bin ich überrascht, dass ein „vermeintlich“ langweiliges Text- und Redaktionsprojekt viel abwechslungsreicher und herausfordernder war als gedacht. Oder dass ich bei einem kleineren Unternehmen, das zunächst nicht so spannend wirkte, viel mehr Freiräume hatte. Auch waren die Abstimmungswege kürzer und meine Arbeit als Texter wurde wertgeschätzt, anders als bei so manchem Konzern mit einer „Superstory“ und tollem Renommee.