Wenn der Kuchen kleiner wird – bringt die Mogelpackung wirklich mehr Umsatz?

Das kennen Sie doch auch: Man freut sich auf eine kleine Auszeit im Café – und ärgert sich stattdessen über schrumpfende Kuchenstücke bei steigenden Preisen. Die sogenannte Shrinkflation oder schlicht Mogelpackung: Weniger Leistung oder ein kleineres Kuchenstück fürs den gleichen oder sogar höheren Betrag hinterlässt immer einen schalen Beigeschmack. Umso schöner, wenn man das Gegenteil erlebt: großzügige Portionen, feiner Kaffee, echter Service. Für so ein Win-Win bezahlt man gerne fair und gibt ein Extra-Trinkgeld.

 
 

Diese Unart erlebt man man immer häufiger: steigende Preise bei schrumpfender Menge. Ein Tausch, der weder charmant noch klug ist. Es führt zu enttäuschten Kunden, die sich überlegen, ob sie noch einmal wiederkommen. Allerdings trifft das nicht nur auf Restaurantbesuche oder tägliche Einkäufe zu. Diese Erfahrung lässt sich auf die Zusammenarbeit zwischen Dienstleistern, Planungsbüros, Designern, Agenturen, Baufirmen etc. und ihren Kunden übertragen. Und der Witz ist: Sowohl Anbieter als auch deren Kunden sehen es so, dass der Kuchen immer kleiner wird.

 

Das Geheimnis liegt in der richtigen Balance.

Das Gegenmittel zur „Shrinkflation” im Business ist natürlich nicht, sich als Servicepartner völlig aufzureiben oder unbezahlte Mehrarbeit zu leisten. Denn das höre ich auch immer wieder und habe es selbst erlebt bei Kunden: hier noch ein Extra, eine weitere Textrunde, ein zusätzliches Layout, ein Grundriss-Check. Es soll und darf Grenzen geben. Doch auf der anderen Seite gibt es auch das Gefühl bei Kunden: Es wird an allen Stellschrauben gespart, jeder Handgriff oder Beantwortung einer Mail extra kostet extra und nach ein paar Wochen ist das Angebotspaket plötzlich kleiner als beworben. Was helfen kann, ist das bewusste Gestalten von Mühelosigkeit und echtem Mehrwert, der für Kunden im Vorfeld hilfreich ist. Der Kunden die Entscheidung erleichtert.

Die Frage lautet also: Wie lässt sich Kundinnen und Kunden dieses spürbare Plus an Qualität mitgeben – ohne dass es uns als Kreative und Dienstleister auslaugt oder belastet? Oft sind es nicht die riesigen Zugeständnisse, sondern die smart vorbereiteten Details, die ein Projekt von Anfang an leicht machen:

  • Inspiration ohne Verkaufsdruck. Wertvolle Einblicke über einen Newsletter, Blog oder Branchenimpulse, die Orientierung bieten, lange bevor ein Vertrag unterschrieben ist.

  • Souveräne Transparenz. Liegen Honorare, Projektphasen und Regeln von Anfang an offen, baut das Vertrauen auf – noch bevor der erste Entwurf steht.

  • Einfache Zusammenarbeit. Klare Fahrpläne und verbindliche Ansprechpartner nehmen Auftraggebern die Unsicherheit und sparen beiden Seiten wertvolle Zeit.

  • Fokus auf das Wesentliche. Ein Projekt wird gut, wenn der Aufwand in die Umsetzung fließt – nicht ins ständige Nachjustieren von Erwartungen.

  • Auswahl von Dienstleistern. Ein gestaltetes Layout mit einer kuratierten Liste von Lieferanten und Dienstleistern, die Kunden und passende Firmen zusammenbringen.

Klarheit schafft Offenheit und gute Stimmung

Diese Beispiele sind spontan, und natürlich sieht das persönliche Extra bei jedem Unternehmen anders aus. Das Gute ist, dass sich alles in ruhigen Phasen einmal sauber aufsetzen und immer wieder nutzen lässt. Interessenten spüren das Engagement dahinter und die Professionalität. Und um im Bild der Gastronomie zu bleiben: Es ist genau dieser kleine „Gruß aus der Küche“, der im Vorfeld den Unterschied machen kann und der Kunden positiv auffällt.

Arbeiten Sie in Ihren Projekten bereits mit solchen feinen Aufmerksamkeiten im Prozess? Oder erleben Sie in Ihrer Branche auch immer öfter, dass die Kuchenstücke kleiner werden? Schreiben Sie mir gerne > Ihre Gedanken dazu.